Donau Delta

Ein Traum ist wahr geworden, als meine Schwester und ich uns spontan entschieden haben ans Donau Delta und ans Schwarze Meer zu fahren. Ich war super aufgeret und konnte es kaum erwarten. Von Sibiu bis nach Murighiol waren es nochmal 9 Stunden Fahrt, aber die haben sich auch landschaftlich gelohnt.

Wir kamen am Abend in Murighiol an, ein Dorf mit Anlegestellen für den Transfer ins Delta. Alles was wir hatten war eine Telefonummer von einem Herrn Vasile, der uns ins Delta fahren sollte. Wir waren viel zu spät dran, hatten nichts reserviert und Herr Vasile hat uns trotz anbrechender Dunkelheit nach Sfântu Gheorghe gefahren. In Sfântu Gheorghe brachte er uns zu einer Bekannten, Marianne und hat sich verabschiedet. Alles weitere sollte Marianne regeln. Marianne hatte zum Glück noch ein Zimmer frei in ihrer Pension. Ihr Mann Valentin, ist Fischer.  Als er fargte, was wir vorhaben, sagte ich nur: „ich will die Pelikane sehen!“. Er erwiderte promt, gut mache ich gerne! Morgen um 5 Uhr fahren wir raus. Wir wussten gar nicht wie uns geschieht, haben es aber laufen lassen. Daraufhin hat Valentin und seine Frau uns noch ein leckeres Abendessen gezaubert „Bors de peste“ und wir sind danach satt und völlig müde ins Bett.

Am nächste Morgen um 5 Uhr, es war noch dunkel, sind wir mit Valentin in sein Booot und bei Sonnenaufgang ins Delta gefahren.
Was dann passiert ist, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Das Wassr war spiegelglatt. Es war toatal leise. Über dem Wasser war ein leichter Nebel. Wir sind wie in Zeitlupe über das Wasser geglitten. Ab und zu ist ein Vogel rechts und links aus dem Schilf aufgeshcreckt und herausgeflogen. 

Nur ganz langsam wurde es heller. Dieser Moment war so magisch, dass mir fast die Tränen kamen. Nicht nur ein Traum wurde wahr, dass wir im Delta sind, man konnte auch ganz stark den Frieden spühren und zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass ich die Welt sehe, so wie sie eigentlich gedacht ist. Nämlich im Einklang und in vollkommener Harmonie.

Das Staunen und das Naturschauspiel hat gar nicht aufgehört. Die Sonne stieg weiter auf und zeigte sich feuerrot auf der einen Seite. Blickte man in die andere Richtung, wo Himmel und Wasser fast die gleiche Farbe hatten, sah es so sureal aus, dass man das Gefühl hatte, nicht nicht mehr auf diesem Planeten zu sein. Wie im Himmel :)

Wir kamen an einen See und plötzlich ragten Pflanzen aus der Oberfläche und ganz hinten an einer Sandbak erkannte ich einen rosanen Streifen und mein Herz schlug schneller und höher, weil ich ahnte dass da vorne die Pelikane sein müssen. Wir näherten uns ganz langsam, Valentin stellte den Motor ab, damit wir die Vögel nicht stören. Und wir hatten nun die Zeit dieses Naturwunder zu geniessen und zu bestaunen. Als dann noch spontan ein paar Pelikane losgeflogen sind, fast so, als wollten sie fotografiert werden, war der Moment perfekt.

Der Tag brach an, es wurde immer heisser und wir machten uns auf den Rückweg, glitten durch enge Schilfgassen, Kanäle, sowie Seerosenteppichen.

Doch bevor wir anlegten fuhr Valentin mit uns noch an die Stelle, an der die Donau ins schwarze Meer mündet. Es war witzig, weil wir uns mit der Donau verbundenn fühlen, und was gemeinsam hatten. Nämlich den Ursprung bei Freiburg und die Mündung nach 2850 km ins Schwarze Meer.

Ein schöner Abschluss einer shönen Tour!

 

Das Donaudelta

Das Donaudelta ist Europas größtes Feuchtgebiet mit der weltweit größten zusammenhängende Schilffläche (1800 km²). Es ist circa 5000 km² groß und besteht aus rund 30 Ökosystemen. 1991 wurde es zum Biosphärenreservat ernannt. Seither regelt eine internationale freiwillige Vereinbarung das Zusammenleben der rund 15.000 Bewohner und 5400 Tier- und Pflanzenarten. Für Forscher ist dieser Lebensraum nach dem Great Barrier Reef und den Galápagos-Inseln der drittwichtigste der Erde.

Das Delta teilt sich in drei große Flussarme: im Norden der Chilia-Kanal – teilweise Grenzfluss zwischen Rumänien und der Ukraine, im Süden der Kanal Sfântu Gheorghe und in der Mitte die Hauptverkehrsader, der Sulina-Kanal. Er ist begradigt und als einziger auch für große Schiffe befahrbar. Überhaupt ist das Donaudelta an kein Straßennetz angeschlossen. Sulina und die über zwanzig kleinen Siedlungen und Dörfer sind nur über Wasserwege zu erreichen.

Touristenboom im Sommer

Mittlerweile zieht das Delta tausende Touristen an. Im Sommer. Täglich fahren Linien- und Kreuzfahrtschiffe, Tragflügel- und Motorboote durch die Kanäle, die Ruderer und Kanuten auch durch die entlegensten. Vor allem der Angeltourismus boomt. Im Spätsommer trifft man auf ganze Heerscharen von Hightech-Fischern im Camouflage-Outfit. Ebenso beliebt ist das Delta bei den Hobby-Ornithologen. Sie kommen bei über 300 verschiedenen Vogelarten, darunter solch außergewöhnliche wie Kraußkopf- und Rosapelikan, voll auf ihre Kosten.

Eine Region der Extreme

Den einheimischen Fischern, die von Armut, Arbeitslosigkeit und Abwanderung betroffen sind, bringt das wenig. Die meisten Touristen verweilen nur ein paar Stunden im Delta, oder wohnen in Hausbooten und schwimmenden Hotels. Sie sind auch nur im Sommer da, wenn beinahe tropisches Klima herrscht. Was sich ihnen als wundervolles Naturidyll zeigt, entpuppt sich im Alltag der Deltabewohner als Extrem. Vor allem im Winter. Die Temperaturen sinken bis auf 25 Grad unter null. Dann erstarrt das Delta zu Eis mit bis zu einem Meter Dicke. Viele Dörfer sind dann regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten, die Menschen auf sich allein gestellt.