Die Treffen mit Jenny Rasche


Jenny Rasche, Sozialarbeiterin aus Deutschland lebt und arbeitet seit 16 Jahren mit ihrer Familie in Rumänien. Jenny kümmert sich um Roma-Kinder und -Familien. Sie hat ein Programm entwickelt, in dem sie Roma-Familien in die Selbständigkeit führt und begleitet. Ein Mix aus Lebensmittelhilfe, Schule, Aufklärung,  Afterscool und Hilfe zur Selbsthilfe. 


Seit langem verfolge ich via Facebook und Youtube die Arbeit von Jenny Rasche.Ich war von Anfang an einer ihrer Bewunderer, weil mir klar war, dass sie auf einer Mission ist. Sie ist nicht nur eine Sozialarbeiterin, die ihren Job macht, Sie lebt für Ihre Aufgabe. Und sie lebt es uns allen vor, wenn es um das Themen geht, wie Mitgefühl, Verwantwortung übernehmen und Vorbild sein.


Im August 2019 war mein Projekt zwar schon fortgeschritten, aber ich wusste auch, dass ich mich neu orientieren muss und Hilfe brauche. Das was ich bis dato gemacht hatte, war gut, aber ich wollte mehr machen und zwar nachhaltiger arbeiten. An Jenny habe ich gesehen, dass es geht. Es kam der Tag, dass ich meinen Mut zusammen nahm und sie angeschrieben habe, weil ich sie kennen lernen wollte. Zu meiner Überraschung hat sie mir gleich geantwortet und hat mir einen Termin gegeben. 


So fuhr ich nun im August zusammen mit meiner Schwester Annette nach Rumänien und war sehr aufgeregt sie zu treffen. Jenny zu erleben ist sehr beeindruckend. Sie ist sprichwörtlich „on fire“! Kann man nicht anders sagen. Sie ist voll da, sie hat keine Zeit zu verschwenden, sie kommt sofort auf den Punkt und ist mega direkt. Nach 2 Sätzen hätte sie mich eigentlich direkt verabschieden können, weil ich in Ihren Augen keine wirkliche Hilfe dargestellt hatte. Ich war ja immer noch auf der Suche und am überlgen, wie ich mich am besten einbringen kann. Doch irgendwas war zwischen uns. Und sie hat sich bereit erklärt uns ihre Porjekte zu zeigen. Zuerst das neu gegründete Kinderhaus und danach die Romasiedlung in Sura Mare.


Es ist ohne Worte. Zu sehen, wie sie mit den Menschen umgeht, wie die Menschen sich freuen sie zu sehen und zu begreifen, was sie schon geleistet hat. Nach 10 Jahren Arbeit ist ein komplett neues Dorf mit einer richtigen Dorfgemeinschaft entstanden. Wenn man durch die Strassen läuft und sich mit den Jugendlichen unterhält, merkt man wie motiviert und selbstbewusst sie alle sind. Es gab nicht mehr das Gefühl von Hoffnungslosigkeit, sondern ganz im Gegenteil. Es herrscht das Gefühl von Hoffnung und Mut, sowie die Motivation die Probleme anzugehen. Das ist maximal inspirierend. 


Jenny mit den Kindern im neuen Kinderhaus

Wenn Jenny und Tabita kommen dauert es nicht lange bis alle raus kommen und die neusten Geschichten erzählen.

Hier sieht man, wie der Vater dieser Familie sein neues Haus baut. 


Es gibt eine Repartage auf youtube, die das Dorf zeigt und gut beschreibt: 

Jenny und die vergessenen Roma-Kinder


Video


Nach mehreren Stunden zusammen sein, muss Jenny gesehen haben, wie sehr mich all die Geschichten und die einzelnen Situationen bewegt haben. Denn als wir auf dem Rückweg waren nach Sibiu, erklärte sie sich einverstanden, dass ich ihr das Dorf Tichindeal zeige.Als wir dort ankamen war sie anfangs auch erschrocken über die Zustände in denen manche Familien dort wohnen. Jenny sagte mir, dass sie mich zwar ein bischen unterstützen kann, aber da sie selbst so voll ist, kann sie mir nichts versprechen.


Der Tag war lang, wir verabschiedeten uns, ich war voll mit Impressionen und Bildern, sodass ich gefühlt eine Auszeit brauchte. Ich wusste immer noch nicht, wie es konktret mit dem Porjekt mir weiter geht, deswegen entschied ich mich einfach weiter zu machen und darauf zu vertrauen, dass am Ende alles gut wird.


Zurück in Deutschland machte ich also weiter, indem ich Spenden sammlte, verschiedene Veranstaltunegn organisierte, wie Kochabende, Weihnachtsbazare und Diavorträge. Und die Winterschuhe und Päckchen für die Kinder in Tichindeal organisierte. 


 Nachdem alle Events vorbei waren, war ich nicht nur körperlich müde, auch mein Konto war erschöpft und ich machte mir große Sorgen, wie es weiter geht.In diesem Moment, es war nachts um 1:00 Uhr kam von Jenny eine Nachricht, in der stand, dass sie sich überlegt die Familien aus Tichindeal in ihr Programm mitaufzunehmen. 


 Mir ist das Handy aus der Hand gefallen und ich musste weinen. Weil ich das Glück und die Freude kaum fassen konnte. Das bedeutet, dass die Kinder in Tichindeal „gerettet“ sind. Zu wissen, dass sie bald genug zu essen haben werden, regelmäßig zur Schule gehen werden, dass sie bald alle Strom und Wasser haben werden. Das war einfach nur schön und wundervoll. 


 Und was ist dann passiert? In der Sekunde, als ich begriff was das bedeutet, kam sofort die komplette Kraft und Energie wieder zurück. Weil ich wusste, dass das der Anfang ist: Der Anfang von etwas Großem. Die Arbeit fängt jetzt erst an und - wie schön ist das bitte?! 


 Die TO DO Liste wurde also neu geschrieben und sieht nun so aus: 

-Verein Gründen 

- Patenschaften für die Kinder organisieren 

- Jenny vor Ort unetrstützen, damit sie die Lebensmittelhilfe weiter finanzieren kann.


 Jetzt wo ich das schreibe und das letzte Jahr quasi revue passieren lasse, ist mir eines wichtig festzuhalten. Nämlich dass dieses Projekt, neben all den Schwierigkeiten und Aufgaben, von mir und allen Beteiligten mit Freude und Liebe getragen wird. 

 

In tiefer Dankbarkeit 

❤️🙏

Rainer